„31 So sollen umkommen, HERR, alle deine Feinde! Die ihn aber lieb haben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht! Und das Land hatte Ruhe vierzig Jahre.“ Richter 5:31
Diese Sätze aus Gottes Wort sind oft ein gutes Beispiel dafür, wie einzelne Sätze aus Gottes Wort ohne den Zusammenhang verwendet werden. Ich erinnere mich noch gut an die Kinderbibelfreizeiten, auf denen wir den Refrain „Die Gott lieben werden sein wie die Sonne“ voller Freude gesungen haben. Als ich dann den Satz zum ersten Mal im Zusammenhang und seinem Hintergrund las, war ich doch etwas überrascht: Er fand sich im Buch der Richter, und zum Abschluss von doch recht blutrünstigen Kapiteln.
Nach dem Tod von Ehud vergasen die Israeliten Gott wieder und mussten sich dem König Jabin unterordnen, unterdrückt von dessen Feldhauptmann Sisera (v1-2). Dieser wohnte in einer Gegend der Heiden, Menschen, die nicht den Schöpfer, sondern andere Götter anbeteten. Dass Sisera Gottes Gebote nicht befolgte wird am Ende von Kapitel 5 deutlich. Die deutsche Übersetzung deutet an, dass Sisera Frauen nicht sehr schätzte; der hebräische Text macht jedoch unmissverständlich klar, dass Sisera jungen Frauen Gewalt antat und sie als Sklavinnen hielt.
Deshalb ist es sehr bedeutend, dass Gott zu dieser Zeit eine Frau, Deborah, als Richterin auswählte (V4). Deborah wird einem Mann gegenübergestellt, der Frauen verachtete und misshandelte. Gott dagegen hob Deborah in das Richteramt und sie war beim Volk geschätzt, was sich darin zeigt, dass „die Israeliten zu ihr hinaufkamen zum Gericht“ (V5).
Was ist dein Standard?
„Baseball ist ein Sport für Fans, die MS-Excel Experten sind!“- auch wenn sich das zuerst etwas abwertend anhört, so wahr ist diese Aussage. Vor allem in der Off-Season, der Zeit, in der die Besitzer der Mannschaften fleißig daran arbeiten, ab April ein schlagkräftiges Team auf das Feld zu schicken. Seit den frühen Neunzigern des letzten…
Dass Deborah Richterin war zeigt auch, dass sie das Wort Gottes und Sein Gesetz kannte und dies als Maßstab für ihr Richten nahm. Deborah ist hier, wie auch schon Ehud, ein Bild für den kommenden Messias, wie er Jahrhunderte später von Jesaja vorgestellt wurde:
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich […]
Jesaja 9: 5-6
Im Gegensatz zu Ehud war Deborah keine Kriegerin und konnte das Volk nicht alleine vor Siseras Gewalt retten. Deshalb rief sie Barak, der für sie – und mit ihr – in den Kampf ziehen würde. Da Deborah Gott gut kannte, und Er durch sie zum Volk Israel sprach, wusste sie aber auch, dass nicht Barak der Ruhm für den Sieg über Sisera zufallen würde, sondern „einer Frau“ (V9).
Barak, der dann den Kampf gegen Siseras Armee führt, wird viele Jahrhunderte später als einer der Glaubenshelden im Buch der Hebräer erwähnt (Hebräer 11: 32). Barak vertraute Gottes Wort, dass er mit nur 10000 Mann Fußvolk eine ausgebildete Kavallerie mit 900 gepanzerten Wagen besiegen würde und stürmte diesem gut ausgebildeten Heer Siseras entgegen. Doch auch wenn er diesen Sieg erkämpfte, der Ruhm für den Sieg über Sisera fällt einer weiteren Frau zu: Jael.
Jael war eine entfernte Verwandte von Mose (nach Moses Tod) und erschlug Sisera mit List. Sisera floh in Jaels Zelt, wo sie ihm gastfreundlich Milch anbot (anstelle von Wasser) und ihn dann im Schlaf mit einem Zeltpflock und einem Hammer erschlug. Die Ironie dabei ist, dass Sisera, der Frauenhasser, von einer Frau, mit den Werkzeugen einer Frau erschlagen wurde (Frauen waren für den Auf- und Abbau der Zelte verantwortlich). Ein deutlicher Fingerzeig Gottes darauf, was er von Männern hält, die Frauen missachten und Gewalt antun. Es kommt die Zeit im Leben eines jeden, in der Gott persönliches Fehlverhalten richtet.
Auch wenn Jael Gottes Plan ausführte und Sisera besiegte, sie hat sich durch ihre Lüge und List auch schuldig gemacht. Gott befähigt auch Menschen, die seinem Wort nicht folgen, seinen Plan auszuführen. Ob Jael sich später zum lebendigen Gott bekannte, wird nicht berichtet, hoffen dürfen wir es (Richter 5: 31).
Dieser Bericht endet mit einem Siegeslied von Deborah. Und wenn auch alle drei Beteiligten in diesem Siegeslied erwähnt werden, macht Deborah gleich im ersten Liedvers klar, dass die Ehre für diesen Sieg Gott, dem HERRN, gehört (Richter 5: 2). Deborah singt davon, dass die Israeliten Gott, den HERRN verließen (Richter 5: 6) und Gott trotzdem Deborah berief um Sein Volk zu retten. Deborahs Lied erzählt von den Wundern, die Gott tat, damit sein Volk gerettet werden konnte und endet mit dem Vers, dass diejenigen, die Gott lieben sein werden wie die Sonne.
Gott hat uns diesen Bericht gegeben, um uns zu zeigen, dass er Fehlverhalten richten wird. Sisera konnte viele Jahre sein Unwesen treiben, doch Gott rechnete eines Tages mit ihm ab. Auch wir müssen uns eines Tages vor Gott verantworten.
An diesem Bericht sehen, wir, dass unsere Umkehr zu Gott uns wieder frei macht. Deborah unterrichtete das Volk über Gottes Willen – nicht alle ließen sich überzeugen (Richter 5: 15-17) – doch manche vertrauten Gott und folgten dem Glaubenshelden Barak.
Die Ehre für unsere Rettung gehört nicht uns. Wir können nichts zu unserer Vergebung beitragen. Diese erkämpfte Jesus am Kreuz für uns. Unsere Freiheit von Schuld und Sünde verdanken wir allein Jesus, der das Gericht Gottes, das wir verdient hätten, am Kreuz auf Golgatha auf sich nahm.
Hört zu, ihr Könige, merkt auf, ihr Fürsten! Ich will singen dem HERRN, ich will singen, will spielen dem HERRN, dem Gott Israels.
Richter 5: 3
