„Bist du schon in Weihnachtsstimmung?“ – so lautet in den letzten Adventstagen oft die Frage. Und wenn nicht, reicht es dann gefühlvolle Advents- und Weihnachtslieder anzuhören oder einen stimmungsvollen Weihnachtsfilm zu schauen, um in die Richtige Stimmung zu kommen? Gefühle sind für viele Menschen offensichtlich wichtig in der Advents- und Weihnachtszeit. Und viele verbinden mit Weihnachten mit Liebe, Verständnis und Frieden. Doch sind das die einzigen weihnachtlichen Gefühle? Die Antwort auf diese Frage erfordert einen etwas längeren Vorlauf.
Im Film „The Forge“ (2024) der Brüder Alex und Stephen Kendrick begegnet der 19-jährige Isaiah überraschend bei der Arbeit seinem Vater, der ihn und seine Mutter vor Jahren sitzen ließ. Isaiah steht kurz vor einer Beförderung und soll im Beisein seines Chefs Joshua Moore zeigen, dass er Verantwortung als Vorarbeiter in der Logistik übernehmen kann. Doch als er erkennt, dass der Lieferant, dessen Ladung er übernehmen soll, sein Vater ist, rennt Isaiah wütend und zornig davon.
Joshua zeigt Verständnis für die Situation und spricht mit Isaiah über dessen Verhältnis zu seinem Vater. Er anerkennt, dass Isaiah nur negative Gefühle für seinen Vater hegt, der ihn jahrelang belog, unerfüllte Versprechen gab und ihn letztendlich aufgab und sitzenließ. Joshua zeigt Isaiah, dass ihn diese Gefühle schlussendlich auch kaputt machen werden und er seinem Vater vergeben muss.
Joshua erklärt Isaiah, dass er dabei nicht auf seine Gefühle achten kann. „Deine Gefühle werden dir niemals erlauben, deinem Vater zu vergeben. Du musst Dich dafür entscheiden, deinem Vater zu vergeben.“ Doch ist das möglich?
Unsere Verfehlungen machen Gott zornig
Schauen wir in Gottes Wort sehen wir, dass es unserem Schöpfer nicht anders geht als uns. Er vertraute uns Menschen in Adam und Eva seine Schöpfung an und schon das erste Ehepaar der Weltgeschichte verletzte seinen Schöpfer aufs tiefste. Dass Gott zornig war zeigt sich an den Konsequenzen für die beiden: Der Geburtsvorgang wurde schmerzhaft, den Acker verfluchte Gott und das macht uns bis heute die Arbeit schwer und schweißtreibend (1 Mose 3).
Gott ist heilig
„Wie sieht es im Himmel aus?“ – Oft wird diese Frage mit einer Art Ortsbeschreibung beantwortet. Es sieht so und so aus und wir treffen diese und jene Menschen. Dabei wird der wichtigste Aspekt des Himmels übersehen: Dort herrscht der lebendige Gott. Gottes Wort, die Bibel, lässt uns darüber nicht im Unklaren. Im Himmel loben…
Nur ein paar Seiten weiter in Gottes Wort lesen wir, dass die „Bosheit [der Menschen] groß war auf Erden“ und dies Gott tief in Sein Herz traf. Gottes Zorn traf die ganze Welt, die nach dieser katastrophalen Flut nie mehr so war, wie Gott sie geschaffen hatte (1 Mose 6-9).
Auch nach diesem weltbewegenden Ereignis verletzten die Menschen immer wieder Gott. Entgegen Gottes Gebot sich auf der Erde auszubreiten, bauten sie eine Stadt und einen Turm (1 Mose 11: 1-9). Abraham beging Ehebruch, Jakob betrog seinen Vater und seinen Bruder. Die Brüder Josephs dachten an Mord und verkauften ihn an Sklavenhändler. Mose ermordete einen Mann und das Volk Israel gab nicht seinem Retter die Ehre, sondern beteten ein Goldenes Kalb an.
Im Bericht über die Zeit der Richter wird es dann deutlich: Gott ist zornig. Unsere Übertretungen lassen ihn nicht kalt. Im dritten Kapitel lesen wir, dass „Gottes Zorn entbrannte“ (Richter 3:8) und er das Volk Israel ihren Feinden überließ. Im Brief an die Gemeinde in Rom lesen wir es ähnlich:
„Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen …, weil sie Gott nicht die Ehre gegeben haben …, hat Gott sie dahingegeben in die Begierde ihrer Herzen.
Römer 1: 18-23
Gott lässt sich nicht von seinen Gefühlen leiten
Jedoch ließ sich Gott bei allen diesen Begebenheiten nicht von seinen Gefühlen leiten. Sein Gefühl sagte ihm, dass die Menschheit seine Aufmerksamkeit und seine Liebe nicht verdient hatten. Wer dem lebendigen Gott nicht dient, hat den Tod verdient. Gott ließ sich allerdings nicht von seinen Gefühlen leiten. Anstelle von Adam und Eva starben zwei Tiere, Noah durfte ein riesiges Rettungsschiff bauen, damit alle, die Gottes Wort und Gerichtsandrohung glaubten sicher durch die Flut gerettet werden konnten. Abraham durfte den versprochenen Sohn in seinen Armen halten. Jakob kämpfte mit Gott und durfte, wenn auch mit beschädigter Hüfte, weiterleben. Die Brüder Josephs wurden durch Gottes weitsichtigen Plan vor dem Hungertod gerettet und Mose durfte mehrere Millionen Menschen durch ein tiefes Meer hindurch aus der Sklaverei in die Freiheit führen. Im Buch der Richter ist festgehalten, dass Gott seinem Volk auf ihre Hilferufe wieder und wieder einen Retter, einen Richter berief.
Rettung für die Ewigkeit
„4 Diese blieben, um Israel durch sie zu prüfen, damit kundwürde, ob sie den Geboten des HERRN gehorchten, die er ihren Vätern durch Mose geboten hatte. 5 Als nun die Israeliten wohnten unter den Kanaanitern, Hetitern, Amoritern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, 6 nahmen sie deren Töchter zu Frauen und gaben ihre Töchter deren Söhnen und dienten deren…
Trotz seiner tiefen Verletzungen reichte Gott seinen Menschen immer wieder die Hand zur Vergebung und Rettung. Wie ist das möglich?
Wieder gibt der Brief an die Gemeinde in Rom die Antwort:
8 Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. 9 Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn gerettet werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind.
Römer 5: 8-9
Gott gab seinen zornigen Gefühlen nicht nach. Gott traf eine Entscheidung: Er entschied sich dafür, uns Menschen zu lieben und uns Vergebung anzubieten. Er entschied sich, als kleines Kind in diese Welt zu kommen. Mit dieser Entscheidung als Mensch geboren zu werden, hatte er auch schon eine weitere Entscheidung getroffen: Sein Leben für uns zu geben.
17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich’s wieder empfange. 18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu empfangen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.
Johannes 10:17-18
An Weihnachten reden wir meist von Gottes Liebe. Wir vergessen dabei, dass Gott durch unsere Verfehlungen verletzt wird und zornig darüber ist. Doch unser Schöpfer hat sich dazu entschieden, uns zu vergeben und zu lieben. Diese Entscheidung machte es ihm möglich, als kleines Kind in diese Welt zu kommen um dann entschieden am Kreuz für uns zu sterben.
19 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. 20 Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. 21 Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.
1 Johannes 4: 19-21
Geben wir an diesem Weihnachten im Kreis der Familie unserem Schöpfer für Seine Entscheidung die Ehre, danken Ihm dafür und beten wir Ihn gemeinsam an.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Lukas 2: 10-11
