Was hilft’s, Brüder und Schwestern, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was hilft ihnen das? So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber. Jakobus 2: 14-17
Zuletzt veröffentlicht am Nikolaustag 2024 („Gibt es den Weihnachtsmann in echt?“)
Nikolaus war Bischof in Myra, dem heutigen Demre (Türkei); darüber sind sich Historiker einig. Da es aber nur wenige Quellen gibt, und keine Schriften von ihm überliefert sind, bleiben viele Details ungesichert. Die frühesten Textzeugnisse über ihn stammen aus dem 5. Jahrhundert, als der oströmische Kaiser Theodosius (regierte von 401-450) die Kirche des Heiligen Nikolaus in Myra bauen ließ. Traditionell wird sein Geburtstag auf den 15. März 270 datiert; für sein Todesjahr gibt es vier unterschiedliche Jahresangaben (326/345/351/365), der Todestag ist der 6. Dezember.
Die Historiker sind sich einig, dass Nikolaus in eine reiche, griechische und jesusgläubige Familie in Patara, (heutige Türkei) geboren wurde. Sehr wahrscheinlich war sein Onkel Bischof von Myra, der Nikolaus berufen sah, den Dienst als Priester zu versehen. Nach dem Tod seiner Eltern nahm er sein Erbe und verteilte es an die Armen. Aus dieser Zeit stammt auch die bekannteste Episode aus seinem Leben. Nikolaus hörte von einem verarmten Mann, der drei Töchter hatte, aber nicht mehr in der Lage war, die Aussteuer zu bezahlen. Seine Töchter konnten deshalb nicht heiraten, wären verarmt und hätten sich in die Prostitution verkaufen müssen. Nikolaus half, indem er bei Nacht einen kleinen Sack mit Gold durch das Fenster der Familie warf um die Aussteuer der ältesten Tochter bezahlen zu können. Auf gleiche Weise versorgte er so die mittlere und jüngste Tochter, doch in dieser Nacht wartete der Vater auf Nikolaus und so wurde bekannt, was er für die Familie getan hatte. Die Begebenheit hat Legendencharakter, aber es ist anzunehmen, dass ein wahrer Kern darin steckt.
Nikolaus wurde Bischoff bevor das Christentum unter Kaiser Konstantin (272 – 337 n.Chr.) legalisiert wurde. Er wurde während Kaiser Diocletians Verfolgung[i] eingesperrt und gefoltert, kam jedoch im Jahr 306 (Amtsantritt Konstantins) wieder frei.
Laternenfest – zu Martins Ehr?
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Weitere schriftliche Zeugnisse über Nikolaus finden sich in den Teilnehmerlisten des Konzils von Nicäa (325). Dort unterzeichnete er das Glaubensbekenntnis und widerstand, wie auch Martin von Tours, dem aufkeimenden Arianismus[ii]. Er soll so aufgebracht gewesen sein, dass er einen Anhänger des Arianismus geohrfeigt haben soll. Diese erst spät überlieferte Episode wird von vielen als plausibel angesehen, da sie nicht für Nikolaus‘ sanftmütigen Charakter spricht und seiner Reputation schaden konnte.
Aus diesen und anderen Episoden seines Lebens entstand der noch heute bekannte Kult um St. Nikolaus. Im Mittelalter begannen Nonnen in den Niederlanden und Belgien Körbe mit Lebensmitteln vor den Häusern von armen Familien abzustellen[iii]. Dieser Brauch verbreitete sich in Mittel- und Nordeuropa und so wurde der Todestag von Nikolaus, der 6. Dezember, zu einem Tag, an dem Kinder Geschenke erhielten[iv].
Nach der Reformation[v] im 16. Jahrhundert wurden diese Tage in den protestantischen Gegenden durch das Christkind am ersten Weihnachtstag (25. Dezember) abgelöst[vi]. Quellen zeigen auch, dass Martin Luther beide Gabenbringer akzeptiert hat und so haben sich beide Traditionen in der Bevölkerung gehalten.
Altes in neuem Mantel
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Über die Jahrhunderte hat der Weihnachtsmann, der seinen Ursprung bei einem jesusgläubigen Bischoff in der heutigen Türkei hat, den weihnachtlichen Gedanken an Jesus, seine Geburt, Tod und Auferstehung fast vergessen lassen. Selbst Gottes Wort in Jakobus 2: 14-17 ist unter den heutigen Gebräuchen kaum noch zu erkennen.
Wenn viele Menschen in der Advents- und Weihnachtszeit Jesus und seine Rettungstat am Kreuz nicht mehr erkennen können, sollten wir umso mehr dafür sorgen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsen wieder davon hören, warum es alle diese Gebräuche gibt:
14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Johannes 1: 14
Beten wir, dass es in diesen adventlichen Tagen nicht nur Licht in und um unsere Häuser wird, sondern dass das Licht der Welt, Jesus, in viele Herzen einziehen darf. Dies ist die Botschaft die auch Nikolaus von Myra weiterzählt und verbreitet hat.
[i] Im Jahr 303 erließ Diocletian ein Edikt, das Christen alle Rechte absprach und sie zwang den römischen Göttern zu opfern. Christen, die sich den Götzen nicht unterwarfen wurden eingesperrt, gefoltert und/ oder getötet. – https://en.wikipedia.org/wiki/Diocletianic_Persecution
[ii] Der Arianismus lehrte (und bis heute gibt es Anhänger dieser Lehre), dass Jesus zwar Gottes Sohn sei, aber nicht der ewige Gott selbst, da der ewige Gott Jesus geschaffen hätte. Damit widerspricht diese Lehre Gottes Wort in Johannes 1: V3 „Durch ihn wurde alles erschaffen, was ist. […]; V10 „Doch obwohl die Welt durch ihn geschaffen wurde, […].“ V14 „Er, der das Wort ist, wurde Mensch und lebte unter uns.“
[iii] https://en.wikipedia.org/wiki/Saint_Nicholas
[iv] In manchen Gegenden erhielten die Kinder am 28. Dezember ihre Geschenke, dem vierten Weihnachtstag, an dem der in Bethlehem durch Herodes getöteten Kinder gedacht wird (Matthäus 2:16) – https://de.wikipedia.org/wiki/Kindermord_in_Bethlehem#Tag_der_unschuldigen_Kinder
[v] Thesenanschlag Martin Luthers, 1517
