„[U]nd nannte ihn Noah und sprach: Der wird uns trösten in unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände auf dem Acker, den der HERR verflucht hat.“ 1 Mose 4: 29 (Luther 2017)
Der zweite, in der Bibel erwähnte, Lamech hat[i] eine besondere biografische Ergänzung in diesem Stammbaum. Der Sohn, nicht sein erster Sohn, und sicher auch nicht sein erstes Kind, wird von ihm auf eine ganz besondere Weise begrüßt: „Der wird uns trösten in unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände auf dem Acker, den der HERR verflucht hat.“ Offensichtlich haben 182 Jahre mühselige Arbeit auf dem verfluchten Acker Lamech oft auch, neben dem Schweiß, auch Tränen gemacht. Er brauchte Trost, das Leben war hart und machte ihn niedergeschlagen.
Es fällt auf, dass die Aussage Lamechs ein direkter Bezug auf 1 Mose 3:17-19 ist. Schaut man sich die Lebensalter in 1 Mose 5 an, stellt man fest, dass Lamech Adam noch gekannt hat[ii]. Lamech hatte einen Bericht aus erster Hand von Adam, wie die Welt ohne Sünde aussah. Dieses Wissen mit Blick auf seine eigene Lebensumwelt, können auch einen gottesfürchtigen Mann niedergeschlagen machen.

Noah wurde sein Sohn des Trostes. Warum es gerade Noah war – zum Zeitpunkt der Geburt war dies noch nicht erkenntlich. Lesen wir weiter, stellen wir fest, dass Lamech den Trost Noahs benötigte: In Kapitel 6 wird berichtet, dass Gott sah, „dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar.“ – Wer 777 Jahre alt wird, sieht eine Menge Bosheit.
Lamechs Trost kam sicher auch daher, dass er sah, wie sein Sohn Noah zu einem „Prediger der Gerechtigkeit“ (2 Petrus 2:5) wurde. Lamech durfte bis zu seinem Tod sehen, wie sein Sohn Noah, trotz großer Anfechtungen und Spott, auf Gott hörte und ein riesiges Schiff baute, und den Menschen Rettung vor Gottes Gericht, einer weltweiten Flut, predigte. Die Tür zur Rettung blieb bis zum Schluss offen – Gott verschloss die rettende Tür erst kurz vor der Flut (1 Mose 7:16). Bis zum Ende der ursprünglichen Schöpfung hat Noah von Gottes Gerechtigkeit gepredigt. Lamech durfte vor der Flut und Gottes Gericht in die Ewigkeit. Die Geschlechtsregister zeigen, dass er im Jahr der Sintflut starb, den buchstäblichen Untergang von Gottes ursprünglicher Schöpfung erlebte er nicht mehr. Ob er wusste, dass außer Noahs Familie niemand den Eingang durch die rettende Tür fand? Wir wissen es nicht. Was wir wissen ist, dass Noah sein Sohn des Trostes war.

Lamechs Trost kam aus der Predigt Noahs. Gott ist ein gerechter Richter. Kein Mensch stirbt unschuldig – wir sind vor Gott alle schuldig und können nichts vorbringen, was uns vor Gottes Gericht und dem Tod retten kann (Römer 3:23). Das Wissen, dass wir alle eines Tages dem Tod begegnen werden, soll uns klug machen (Psalm 90:12) – und uns zur Erkenntnis der Wahrheit führen:
[Gott] 4 will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle, als Zeugnis zur rechten Zeit. 2 Timotheus 2:4-6.
Deshalb feiern wir, nicht nur am kommenden Reformationstag, das Leben, das wir durch Jesus‘ Tod am Kreuz erhalten haben.
24 und werden ohne Verdienst gerecht aus SEINER Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. 25 Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden 26 in der Zeit der Geduld Gottes, um nun, in dieser Zeit, seine Gerechtigkeit zu erweisen, auf dass er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Römer 3:24-26
[i] Nur noch Henoch, der mit Gott wandelte und im Alter von 365 Jahren entrückt wurde, erhält eine biografische Ergänzung in diesem Familienstammbaum Adams.
[ii] Lamech war etwa 52 Jahre, als Adam starb.
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