„[…] Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände.“ 1 Mose 4: 15 (Luther 2017)
Obere Hälfte des 7 Innings: Die Gastmannschaft liegt seit dem letzten Inning mit 10 Runs zurück. Zwei Runner wurden schon ausgemacht ohne, dass der Gast einen Läufer nach Hause brachte. Der aktuelle Batter steht bei zwei strikes – er trifft den Ball relativ hart durch das Infield. Doch der Verteidiger an short wirft sich nach dem Ball, bekommt ihn zu fassen, nimmt ihn schnell aus dem Handschuhe und feuert den Ball aus einer blitzschnellen Drehung heraus an First. Der Verteidiger fängt den Ball bevor der Runner ankommt – BALLGAME! Nach sieben Innings? Ja, in der deutschen Baseball-Bundesliga (seit der Saison 2025 Deutsche Baseball Liga) gibt es die „Gnadenregel“ – liegt eine Mannschaft nach sieben gespielten Innings mit 10 (oder mehr) Runs zurück endet das Spiel. Man erweist so einer deutlich unterlegenen Mannschaft die Gnade, dass sie nicht noch höher verliert.
Bei Kain sehen wir, dass der lebendige Gott ein völlig anderes Verständnis von Gnade hat. Kain hat seinen Bruder ermordet und hat damit sein Leben verwirkt. Dass dies nicht nur Gottes Auffassung von Gerechtigkeit ist, sondern auch die von Kains Familie zeigt sich darin, dass Kain Angst hat, von seinen Familienmitgliedern erschlagen zu werden[i] (1 Mose 4:14).

Gott bestraft Kain damit, dass er „flüchtig und unstet“, also ein Streuner sein muss, doch er schützt Kain durch ein göttliches Zeichen davor, für seinen Mord von „wer ihn auch findet“ umgebracht zu werden. Das ist Gottes Verständnis von Gnade: Obwohl die Strafe gerechtfertigt ist, darf Kain weiterleben.
Der Sinn wird im letzten Satz dieses Berichts klar: Gottes Gnade soll uns näher zu ihm bringen, wir sollen erkennen, wie sehr er uns liebt und wie gerne er mit uns Gemeinschaft hätte. Durch Gottes Gnade dürfen auch wir leben und haben jeden neuen Tag die Chance unseren Weg, und mag er auch noch so „unstet“ sein, mit Gott zu gehen.
Kain nahm diese Chance von Gottes Gnade nicht wahr. Im letzten Satz lesen wir, dass er „hinweg ging vom HERRN und im Lande Nod wohnte, jenseits von Eden.“ Eden war der Ort, den Gott für die Menschheit gepflanzt hatte um dort mit ihm in vollkommener Gemeinschaft zu leben. Nach dem Sündenfall war dies nicht mehr möglich, doch Kain wollte nicht einmal mehr in unvollkommener Gemeinschaft mit Gott leben – obwohl ihm Gott gnädig war. Er entfernte sich noch weiter von Gott und trat somit Gottes Gnade buchstäblich mit Füßen.

In Hebräer 13:14 sagt uns Gott, dass auch wir auf dieser Erde „keine bleibende Stadt“ haben. Gleich wie Kain leben wir nur aufgrund von Gottes Gnade, jeder von uns hat schon einmal eines von Gottes guten Geboten gebrochen und hätten den Tod verdient. Doch durch Jesus‘ Tod am Kreuz haben wir die Möglichkeit begnadigt zu werden. Wir leben, um dies zu erfahren und Jesus‘ Gnadengeschenk anzunehmen.

Nun haben wir zwei Möglichkeiten: Nehmen wir Gottes Gnadengeschenk in Jesus an oder „gehen wir hinweg vom HERRN“, so wie es Kain vor etwa 6000 Jahren tat? Bei 3B beten wir, dass jeder Gottes Geschenk annimmt, sich begnadigen lässt und sein Leben bei unserem Herrn Jesus verbringt.
„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Hebräer 13:14
[i] Hier zeigt sich auch, dass sich Adams und Evas Familie doch auch recht schnell in großer Anzahl vermehrt hatte.
