Das hat Gott nicht so gemeint!

„1 Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!“ 1 Mose 3: 1-6 (Luther 2017)

„Das kann man heute so nicht mehr sagen!“, „Früher hat man darüber noch anders gedacht! Heut geht das nicht mehr!“ – diese oder ähnlich Sätze hört man immer wieder, wenn Christen gemeinsam Bibel lesen, auch und vor allem, wenn es um die Glaubwürdigkeit der ersten elf Kapitel in der Bibel geht. Weitere ähnliche Aussagen gibt es nicht nur beim Bibellesen: „Ja damals – da war das eben so; aber heute wissen wir das besser,“ oder auch „Die Wissenschaft hat doch gezeigt, dass die Bibel Fehler enthält.“ Einmal abgesehen davon, dass die zweite Aussage einen logischen Fehlschluss enthält (Äquivokationsirrtum), fällt bei allen diesen Sätzen auf, dass sie sich darauf beziehen, was „man“ (Mann oder Frau) denkt oder glaubt. In keiner dieser Aussagen wird gefragt, was Gott sagt – im Gegenteil, es wird das angezweifelt, was der Schöpfer selbst zum Thema Schöpfung zu sagen hat.

Das kann man mit einem wissenschaftlichen Autor vergleichen, der ein Sachbuch geschrieben hat und dessen Leser nun einzelne Sätze und ganze Kapitel des Autors in Frage stellen indem sie behaupten besser zu wissen, was der Autor mit diesem Satz oder diesem Kapitel eigentlich sagen will. In etwa so: „Na ja, ich war zwar nicht dabei aber ich glaube er will mit diesem Satz eigentlich etwas ganz anderes sagen, als das was da wortwörtlich steht.“

Interessant dabei ist, dass man das keinem Leser eines Sachbuches durchgehen lassen würde. Man würde ihn darauf hinweisen, dass er nicht dabei war und der Autor der Augenzeuge und eben der Autor selbst ist Geht es jedoch um die Sätze und Kapitel des Schöpfers und Autors der Bibel (Gottes Worte), dann regt sich nur sehr selten Widerstand. „Na ja, wir waren bei der Schöpfung zwar nicht dabei, aber das ist ja schon eine Weile her, das Buch ist alt und daher dürfen wir das so interpretieren wie wir Menschen wollen und im Übrigen ist dies ja alles auch nicht ganz so wichtig.“

Diese Kritiker verhalten sich nicht anders als Adam und Eva, als ihnen die Schlange Gottes Wort madig machte. Ihr Vertrauen in Gott wird erschüttert, sie lassen sich Gottes Worte im Mund verdrehen und plötzlich ist der Schöpfer nicht mehr der lebendige und gute Gott, der uns liebt, sondern ein Spaßverderber, der uns klein hält und wichtige Dinge vorenthalten will.

Wann immer Du die Bibel aufschlägst und Gottes Worte liest, gibt es zwei Möglichkeiten: Du vertraust dem Schöpfer und darauf, dass Seine Worte die Wahrheit sind (Johannes 14:6).

Oder Du vertraust den Worten und Philosophien von Menschen und verlässt Dich auf deren menschliche und begrenzte Fähigkeiten.

Adam und Eva wählten die zweite Option. Liest man das dritte Kapitel zu Ende, sehen wir, wohin das Vertrauen in die menschliche Stärke führte: Zur Trennung von Gott und zu einem Leben, dass von Schmerzen und Schweiß geprägt ist und im Tod endet.

Das Gott ein guter Gott ist, zeigt sich darin, wie er auf diese Situation reagierte. Doch darüber sprechen wir in der kommenden Woche.

„6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. 7 Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“ Johannes 14:6-7