Jeder Vater hat eine Geschichte

An jedem dritten Wochenende im Juni spielt die MLB in blau: blaue Logos, blaue Schläger und manche Spieler lassen sich extra blaue Stollenschuhe anfertigen – es ist wieder Vatertag. Der Vatertag gibt uns nicht nur die Möglichkeit unseren Vätern zu danken, sondern auch darüber nachzudenken, was es bedeutet, Vater zu sein und was einen guten Vater ausmacht. Gott berichtet uns in seinem Wort über viele unterschiedliche Väter und das mag überraschen – die bekanntesten Väter über die wir in den Berichten der Bibel lesen, waren nicht immer besonders gute Väter.

Warum berichtet uns dann Gott über diese Väter? Ganz einfach – damit wir Väter nicht die gleichen Fehler machen und von diesen Vorbildern lernen. Wir können von diesen Männern des Glaubens lernen, wie sie mit ihren Schwächen umgingen und wie wir die Fallen, in die sie tappten vermeiden können.

Schauen wir uns drei dieser Väter an. Beginnen wir beim Mann, den Gott auserwählte um ein Vater vieler Völker zu werden: Abraham (1 Mose 17:4-5). Er wusste, dass sein außerhalb der Ehe mit Sara gezeugter Sohn Ismael nicht der von Gott verheißene Sohn war und schickte ihn deshalb zusammen mit seiner Mutter Hagar buchstäblich in die Wüste (1 Mose 21). Er vertraute in diesem Moment Gott, der ihm versprach, dass auch aus Ismael ein Volk werden würde. Doch die Konsequenzen aus Abrahams Fehltritt mit Hagar musste vor allem Ismael tragen, der von 15 Jahren an ohne seinen Vater aufwachsen musste.

Doch auch wenn Ismael ohne seinen leiblichen Vater aufwuchs, Gott, der Vater im Himmel war bei ihm (1 Mose 21:20). Und Gott hielt sein Versprechen: Bis heute gibt es Nachfahren Ismaels auf der arabischen Halbinsel. Was Gott, der Vater verspricht, hält ER auch.

Von Vater Abraham lernen wir, dass unsere Fehltritte Konsequenzen auch für unsere Kinder haben. Wir können Gott vertrauen, dass er bei unseren Kindern ist, besser wäre es jedoch, wenn in dieser Beziehung auch der leibliche Vater seine ihm von Gott übertragene Aufgabe übernimmt (5 Mose 11:19)

Auch Isaak hatte als Vater Schwächen: Er bevorzugte seinen Sohn Esau, da dieser in den Augen seines Vaters ein „richtiger Mann“ war. Esau war ein erfolgreicher Jäger, kräftig und ein Mann der gerne draußen war. Isaaks zweiter Sohn Jakob dagegen war gerne in den Zelten und arbeitete gerne im Haushalt (1 Mose 25: 27-28). Das brachte ihm die Liebe seiner Mutter Rebekka ein, jedoch bevorzugte Isaak seinen Sohn Esau. Diese ungleiche Verteilung der Anerkennung und Liebe blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Beziehung der Zwillinge – Jakob belog seinen Vater und betrog seinen Bruder und dieser plante daraufhin Jakob umzubringen.

Isaaks Beispiel lehrt uns, unsere Kinder dafür zu lieben wer sie sind und nicht dafür, was sie tun. In Psalm 127: 3 sagt uns Gott, dass Kinder eine Gabe Gottes sind und ein Geschenk. Danken wir Gott für unsere Kinder und lehren sie Seine Gebote (5 Mose 11: 19) damit sie zu Kindern Gottes heranwachsen und unseren Enkeln Sein Wort gerne weitergeben.

Im Untertitel der Dokumentation „Show me the father” ist zu lesen, dass „[j]eder […] eine einzigartige Geschichte mit seinem Vater [hat]. Ob liebevoll oder schmerzhaft, sie ist immer persönlich und kann unsere Identität und die Richtung unseres Lebens zutiefst beeinflussen.“

Dies ist dann auch bei Jakob zu sehen – er bevorzugt seinen jüngsten Sohn Josef so sehr, dass die älteren Söhne bereit sind, Josef zu töten und ihrem Vater einen tödlichen Unfall vorzuspielen (1 Mose 37: 12-36). Wie wir unsere Kinder ansehen, was wir sie lehren, hat Auswirkungen auf die Geschichte nicht nur unserer Kinder, sondern auch unserer Enkelkinder. Jakob hat als Vater das weitergegeben, was er von seinem Vater gelernt hat.

Sicher ist es gut, von anderen Vätern zu lernen. Doch am besten ist es, von unserem Vater im Himmel zu lernen. In Jakobus 1: 18 sagt uns Gott, dass wir von ihm das erhalten, was wir brauchen um gute Väter zu sein: „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis.“ Wenn wir Väter uns mit Gottes Wort, der Bibel, beschäftigen lernen wir vom Schöpfer selbst und können diese Weisheit für unser Vatersein einsetzen und unseren Kindern weitergeben. In den Sprüchen (Sprüche 2 und 3) hat uns Gott einen ersten Lehrtext für unsere Kinder gegeben.

„18 So nehmt nun diese Worte zu Herzen und in eure Seele und bindet sie zum Zeichen auf eure Hand und macht sie zum Merkzeichen zwischen euren Augen 19 und lehrt sie eure Kinder, dass du davon redest, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.“ 5 Mose 11:18-19

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