„Ein kolonialer Scherzbold hat sich einen großen Schabernack mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft erlaubt!“ – so lautete 1799 das einstimmige Urteil der Biologen, als ihnen ein Tier aus dem von James Cook etwa 30 Jahre zuvor entdeckten Australien vorgelegt wurde. Die Experten konnten nicht glauben, dass es tatsächlich ein Tier gab, das einen Schnabel, Schwimmhäute zwischen den Klauen und einen Biberschwanz hatte. Das Fell war so dicht (900(!) Haare auf einem Quadratmillimeter), dass es nicht einmal unter Wasser nass wurde. Einer der Biologen war von dem „Schabernack“ so überzeugt, dass er mit Hilfe einer Schere versuchte den Schabel vom Pelz zu trennen – die Kratzspuren der Schere am Schnabel sind noch immer im Britischen Naturkundemuseum in London zu sehen.
Das Schnabeltier ist tatsächlich so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau. Die Mutter legt Eier in der Größe einer Eichel, aus denen nach etwa 10 Tagen die bohnengroßen Babys schlüpfen. Wenn dies vielleicht noch an Reptilien oder Vögel erinnert, dann ist man überrascht, wenn man sieht, dass die ein bis zwei Nachkommen ein milchartiges Sekret aus ganz speziellen Drüsen (keine Zitzen) an der Haut der Mutter trinken, so ähnlich, wie es Säugetiere tun.
In etwa 18 Monaten wachsen die Tiere auf etwa 50cm Länge[i] bei durchschnittlich 2kg Körpergewicht heran. Die Tiere zeigen in der Natur eine einzigartige Auswahl von Designkonstruktionen: Sie haben Klauen zum Graben und nutzen die Schwimmhäute zwischen den Klauen zum Schwimmen. Ist ein Tier an Land, falten sich die Schwimmhäute unter seine Füße. Der biberartige Schwanz hilft beim tauchen und schwimmen im Wasser. Das dichte Fell (s.o.) wird im Wasser nicht nass und hat zwei Lagen: Eine wollene Lage an der Haut, über der glänzendes, längeres Fell liegt, dass das Tier im Wasser wärmt.
Beim schwimmen schauen oft nur die Augen und die Nasenöffnungen am Schnabel aus dem Wasser. Die Augen und Ohren verschließen sich beim Tauchgang automatisch. Der Schnabel ist ein hochsensibles elektrosensibles Organ, dass das Schnabeltier zum jagen im trüben Wasser einsetzt. Männliche Schnabeltiere jagen nicht nur mit ihrem Schnabel, an ihrem Hinterbein haben sie einen kleinen Stachel, durch den sie ein Gift in ihr Opfer (oder Angreifer) injizieren können, dass kleinere Hunde töten könnte und bei Menschen große Schmerzen auslöst.
Vor der Entdeckung der Elektrosensitivität des Schnabels, dachten die Biologen, dass das Schnabeltier eine primitive Laune der Natur wäre, danach mussten sie zugeben, dass das Schnabeltier ein „hochentwickeltes Tier ist und keine primitive Übergangsform zwischen Reptilien und Säugetieren darstellt.“[ii]

Lange dachten die Biologen auch, dass es Schnabeltiere nur in Australien gäbe, doch dann wurden in den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts drei Schnabeltierzähne in Südamerika gefunden und es wurde klar, dass die Tiere, zumindest in der Vergangenheit, auch dort heimisch gewesen sein mussten.[iii] Ausgewachsene Schnabeltiere haben keine Zähne mehr, jedoch zeigen Fossilienfunde aus Australien, dass deren Vorfahren auch als ausgewachsene Tiere noch Zähne hatten. Der Verlust dieser genetischen Information ist darauf zurückzuführen, dass die Population sehr klein ist und die Partner aus einer immer kleineren genetischen Vielfalt ausgewählt werden können. Die Tiere sind daher längst nicht mehr so robust wie ihre Vorfahren es waren.
Es ist gut vorstellbar, dass Biologen, die die Schöpfung Gottes erforschen, Ihn aber nicht als den Schöpfer akzeptieren, Gott erfreuen: Da ist ein Tier mit einem Entenschnabel, einem Biberschwanz, Schwimmhäuten wie bei einem Otter, einem Fell wie einem Bären, Klauen wie ein Reptil hat, das Eier legt wie eine Schildkröte und dazu noch giftig wie eine Schlange ist. Es ist nur schwer zu erklären, wie alle diese sehr speziellen Eigenschaften sich durch Zufall an nur einem Tier entwickelten – und dann noch als individuelle Eigenschaften bei Säugetieren, Reptilien und Vögeln. Das muss schon ein sehr großer, unwahrscheinlicher und unglaublicher Zufall gewesen sein. Es ist viel logischer und plausibler, dass das Schnabeltier von Gott, dem Schöpfer mit all seinen wunderbaren Eigenschaften so geplant und geschaffen wurde.
Im Angesicht dieses allmächtigen und intelligenten Schöpfers wird uns unsere Begrenztheit und Fehlbarkeit – auch unsere Sünde – bewusst und wir können Gott nicht nur für seine wunderbare Schöpfung danken, sondern auch dafür, dass er uns in unserer Schwachheit besucht hat und am Kreuz für unsere Sünde starb, damit wir mit Ihm in Ewigkeit leben können.
Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.
Offenbarung 4:11
Das könnte dich auch interessieren:
Nur ein Weg zu Gott
„Woah – das ist aber intolerant! Wie kannst du behaupten, dass Jesus der einzige Weg zu Gott ist?“ Dies ist eine Frage, die viele Christen nicht gerne hören. Wir sollen doch alle lieben und niemanden ausschließen – intolerant will sowieso niemand sein. Doch sagt uns nun einmal Jesus in seinem Wort, dass er der einzige…
[i] Die größten Männchen werden bis zu 8ocm groß.
[ii] Moyal, A., Platypus, Allen and Unwin, New South Wales, Australia, p. 191.
[iii] Das gleiche gilt für Beuteltiere (z.B. Kängurus), deren Fossilien inzwischen auf allen Erdteilen gefunden wurden.
