Der bestbesuchte Gottesdienst im Jahr ist ohne Zweifel noch immer die Lichtleskirche[i]. Viele Kerzen erleuchten die Kirche, der Weihnachtsbaum glänzt und in manchen Kirchen erhalten die Besucher Kerzen, die gegen Ende des Gottesdienstes entzündet werden. Ein feierlicher Gottesdienst, der besonders für Kinder eindrücklich ist. Doch haben die Kerzen und Lichter nicht nur die Aufgabe, den Raum in feierlichen Glanz zu hüllen, sie haben eine tiefere Bedeutung.
In Gottes Wort spielt Licht von Beginn an eine wichtige Rolle: Gott schuf das Licht gleich am ersten Tag – das von Gott geschaffene Universum wurde von Gottes Licht erleuchtet. Die Sonne und die Sterne wurden erst am vierten Tag von Ihm erschaffen (1 Mose 1:3; 14-18). Genauso wird es auch in der Ewigkeit sein: Die neugeschaffene Erde und das neue Jerusalem „bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“ (Offenbarung 21:23). Gottes Herrlichkeit erleuchtete die Ewigkeit.
Die Stelle in Offenbarung 21:23 bezieht sich damit auch auf die Aussage von Jesus, der uns sagt, dass er das Licht der Welt ist (Johannes 8:12) und dies mit einem Versprechen verknüpft: „Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
Schon in den Berichten über die Geburt Jesu‘ können wir nachlesen, dass nicht alle Menschen das Licht suchten – Herodes wollte dieses Licht sogar auslöschen (Matthäus 2: 1-12; 16-18). Herodes war nicht der Einzige, der Jesus, das Licht der Welt ablehnte. In Johannes 3: 19 lesen wir:
19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. 20 Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.
Gott wusste, dass seine Menschen ihn ablehnen würden – und trotzdem wurde er Kind und kam in diese Welt: Jesus „war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.“ (Johannes 1:9) und alle, die dieses Wunder glauben „denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben.“ (Johannes 1:12).
Lassen wir Jesus in unser Leben, sind wir „Licht in dem Herrn“ und wir sollen auch als Kinder des Lichts leben (Epheser 5:8).
Unsere Aufgabe ist es, dieses Licht weiterzutragen „um [die Augen der Menschen aufzutun, die Jesus noch nicht in ihr Leben ließen], dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil mit denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich“ (Apostelgeschichte 26:18).

Ohne Jesus leben wir in Dunkelheit und aktuelle Ereignisse zeigen, dass die Dunkelheit auf dieser Erde zunimmt. Viele Menschen kennen weder den Gott der Bibel, noch glauben sie, dass er als kleines Kind auf die Welt kam um unsere Welt zu erleuchten (Johannes 1:9). Die Lichtleskirche ist eine gute Gelegenheit Menschen einzuladen Jesus in ihr Leben zu lassen, Kinder des Lichts zu werden und in seinem Licht zu leben.
Noch kann das Licht nicht alle Dunkelheit dieser Welt vertreiben. Der feierlich erhellte, aber dennoch noch dunkle Raum ist dafür ein gutes Bild. Doch je mehr Menschen im Gottesdienst sind, umso heller strahlt auch der Raum. Für uns bedeutet das: „Geht, ruft es von den Bergen, ruft es in jedes Haus hinein – Jesus, der Retter ist geboren!“ Und eines Tages wird selbst dieser Lichterglanz verblassen, wenn Jesus, das Licht der Welt, unsere Ewigkeit erhellt.
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König!
Jesaja 52:7
[i] Die Ursprünge der Lichtleskirche sind schwer zu recherchieren. Schon in den ersten Gemeinden wurden Kerzen oder Lampen bei Gottesdiensten genutzt (Apostelgeschichte 20:8). Damals hatten die Lampen den Zweck den Raum zu erleuchten, da die Gottesdienste in der Regel bei Dunkelheit stattfanden. Wann Lampen oder Kerzen eine symbolische Bedeutung erhielten ist nicht klar, es ist jedoch gesichert, dass gegen Ende des 4. Jahrhunderts Lichter bei verschiedenen Zeremonien eine Bedeutung hatten. Nicht alle Kirchenväter stimmten dieser Verwendung zu. Tertullian (160-240 n.Chr.) und Lactantius (240-320 n.Chr.) lehnten dies ab, da Lichter auch bei heidnischen Zeremonien eine Rolle spielten, bzw. Lactantius es lächerlich fand, dass der Schöpfer des Lichts mit einer Kerze verherrlicht werden sollte. Liturgisch gesehen ist der Gottesdienst an Heiligabend eine Christvesper (zwischen 16-18 Uhr). Der Bericht über die Geburt Jesu‘ und ein Krippenspiel sind Teil dieses Gottesdienstes. Die Kerzen könnten ihren Ursprung in den „Mettenlichtern“ in vom Bergbau geprägten Regionen sein (Die Herrnhuter Brüdergemeine feierte ihre erste „Lichtleskirche“ im Jahr 1774 in Marienborn), eine Tradition, die sich in den evangelischen Kirchen ausgebreitet haben könnte.









Ein Kommentar zu “Warum gibt es die Lichtleskirche?”
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