Thanksgiving – Danke!

„Black Weeks – alles ist günstiger!“ – seit Wochen begegnen einem die Anzeigen in Werbeblättchen, im Fernsehen und Social Media. Fragt man dann nach, was es damit auf sich hat, bekommt man genau das zu hören, was die Werbung sagt: Es ist halt alles günstiger. Doch wie so oft in Deutschland wird etwas aus den USA übernommen, ohne wirklich zu wissen, was dahintersteckt. Der Black Friday ist der Tag nach Thanksgiving, ein Brückentag, der den Auftakt zur Weihnachtszeit darstellt. Viele Familien nutzen diesen Tag um Weihnachtsdekorationen anzubringen und Weihnachtseinkäufe zu tätigen – die Geschäfte schreiben schwarze Zahlen, daher „Black Friday“. Thanksgiving ist neben Weihnachten das wichtigste Familienfest in den USA, ein Nationalfeiertag, der tiefe christliche Wurzeln hat.

Viele Menschen in den USA würden Thanksgiving als ein „jährliches Erntefest“ bezeichnen. Doch ursprünglich war diese Feier eine Erinnerung für Christen, dass Gott uns auf vielfältige Weise segnet.

Seinen Ursprung hat Thanksgiving in der Ankunft der „Pilgerväter“[i] (oder Puritaner) am Cape Cod 1620. Die Siedler erreichten Cape Cod am 11. November (Julianischer Kalender), relativ spät im Jahr, und waren auf den harten und kalten nordamerikanischen Winter[ii] aufgrund der späten Ankunft im Jahr nicht vorbereitet. 45 der 102 Passagiere auf der Mayflower starben in diesem ersten Winter. Doch Gott hatte vorgesorgt: Die Siedler trafen auf Squanto, ein Angehöriger der Patuxet, der Englisch sprach[iii] und ihnen Kontakte mit anderen Indianern vermitteln konnte. Die Siedler lernten von den Indianern wie man das Land bebaute und wo es die besten Jagdgründe gab. Die Ernte im Jahr 1621 fiel so gut aus, dass die Siedler mehrere Tage zusammen mit ihren indianischen Freunden ein Erntedank feierten, um Gott für seinen Segen zu danken[iv].

Edward Winslow, einer der Köpfe der Siedler schrieb über diesen Tag: „Der Mais wuchs gut, und Gott sei’s gedankt, hatten wir einen guten Zuwachs an indianischem Mais, und unsere Gerste ist unvergleichlich gut, doch unsere Erbsen sind nicht wert geerntet zu werden, wir fürchteten, sie zu spät ausgesät zu haben, doch sie wuchsen gut, und blühten, aber die Sonne verbrannte die Blüten. [..] der Gouverneur [William Bradford] sandte vier Männer zur Vogeljagd, damit wir auf besondere Weise feiern konnten, […] sie töteten so viel Geflügel, […] dass es der Gesellschaft [darunter der erhabenste König Massasoit und neunzig andere seiner Männer] … für drei Tage unterhalten und feiern konnten.“

Das erste Thanksgiving war ein Erntedankfest und Edward Winslow gab Gott die Ehre für die Segnungen des ersten Jahres. Auch als Präsident George Washington am 3. Oktober 1789 Thanksgiving als Nationalen Gedenktag ausrief, bezog er sich auf Gottes Fürsorge:

„Wohingegen es die Pflicht aller Nationen ist, die Fürsorge des allmächtigen Gottes anzuerkennen … empfehle und ernenne ich Donnerstag, den 26. Tag des nächsten Novembers  als Gottesdienst des großartigen und herrlichen Wesens, der der wohltätige Autor all des Guten ist, das war, das ist oder das sein wird … und auch, dass wir uns vereinen und demütigst Gebet und Fürbitte dem großartigen HERRN und Regent der Nationen darbringen und flehen, dass er uns unsere nationalen und eigenen Übertretungen [Sünden] vergibt.“[v]

Der erste Präsident der USA erkannte, dass es Gott ist, der uns segnet, dass wir IHN dafür loben sollten und dass die Bevölkerung einer ganze Nation IHM dafür Dank bringt. Nicht mehr viele Politiker denken und glauben wie George Washington. Thanksgiving, jedes Ernte(dank)fest ist eine Erinnerung an biblische Prinzipien und eine Möglichkeit um auf den Schöpfer aller Dinge hinzuweisen – und was er am Kreuz für uns getan hat. Wer Gottes Größe und Allmacht erkennt, sieht seine eigene Notwendigkeit für SEINE Vergebung – und wird IHM den Dank dafür bringen. Unabhängig von unserer Herkunft sollten wir immer „[Gott Danke sagen], dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ Epheser 5:20


[i] Bibeltreue Religionsflüchtlinge aus England, die zuerst Zuflucht in den Niederlanden suchten und sich dann 1620 auf den Weg über den Atlantik machten, um dort wirkliche Religionsfreiheit zu finden.

[ii] Zu dieser Zeit hatte die „Kleine Eiszeit“ unseren Planten im Griff. – https://de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Eiszeit

[iii] Squanto wurde 1605 von englischen Seeleuten nach England entführt, wurde dort English gelehrt und kam als Dolmetscher wieder nach Amerika zurück. Bei einem seiner Aufträge als Dolmetscher wurde er 1614 erneut entführt und sollte als Sklave verkauft werden. Spanische Mönche kauften ihn frei und er kam nach England, von wo er 1618 wieder eine Möglichkeit bekam wieder zurück in die Heimat zu kommen, wo er 1619 ankam.

[iv] Bei diesem ersten Thanksgiving waren mehr Indianer anwesend als Pilger – Historiker gehen von einem Verhältnis von 3:1 aus. Diese Gemeinschaft und Friede hielt viele Jahrzehnte bis zum „King-Philips-War“ 1675-1676.

[v] George Washington, “Thanksgiving Proclamation,” http://lcweb2.loc.gov/ammem/GW/gw004.html