Ihr seid das Salz der Erde – was meint Jesus damit? Ihr seid die Diamanten, die Juwelen, das Gold der Erde – das würde man ja verstehen. Aber Salz? Klar – das Salz war damals kostbarer als heute. 19 Cent für ein Pfund Salz – das war früher unvorstellbar. Salz war ein kostbares Gut. Aber trotzdem: Warum vergleicht uns Jesus mit Salz? Hier gibt es Pastor JBs Predigt zum nachlesen:
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Der Predigttext für den heutigen Sonntag [30. Juli 2023] steht zu Beginn der Bergpredigt bei Matthäus im 5. Kapitel. Ich lese ab Vers 13.
Ihr seid das Salz der Erde
13Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Salz der Erde – was meint Jesus damit? Ihr seid die Diamanten, die Juwelen, das Gold der Erde – das würde man ja verstehen. Aber Salz? Klar – das Salz war damals kostbarer als heute. 19 Cent für ein Pfund Salz – das war früher unvorstellbar. Salz war ein kostbares Gut. Aber trotzdem: Warum vergleicht uns Jesus mit Salz? Da gibt es eine schöne, schmeichelnde und aufbauende Erklärung und eine herausfordernde Erklärung. Welche wollt Ihr hören? Wir fangen mal mit der schmeichelnden an:
Habt Ihr schonmal beim Brotbacken das Salz vergessen? Wenn man die erste Scheibe runterschneidet und reinbeißt, kann man es gleich wieder ausspucken. Man bringt es nicht runter, es ist ungenießbar. Da könnte man noch viele Beispiele nennen. Salz macht Speisen genießbar, ohne Salz kann man nicht kochen, Salz gibt erst die richtige Würze. All das zielt dahin, dass die Welt uns Christen als Würze braucht, um nicht fad zu werden. Wir sorgen mit unserem vorbildlichen Leben dafür, dass in die fade Menschheit die Würze der Liebe kommt. Die Welt ist durch uns eine bessere… Ihr merkt vielleicht, dass das so nicht stimmt. Wenn wir ehrlich sind, wenn wir ehrlich auf unser Leben schauen, dann ist die Welt durch unser Tun und Handeln nicht unbedingt besser geworden. Wir müssen oft froh sein, wenn sie durch uns nicht schlechter wird. Ich kenne viele, die nichts mit Jesus am Hut haben, die viel mehr für das Wohl der Menschheit tun als viele Christen, die in ihrem Charakter so anständig und selbstlos sind, dass wir uns davon eine Scheibe abschneiden können. Es wäre ja schön, wenn wir das so generell sagen könnten: Durch uns Christen ist die Welt besser – aber das ist wohl ein Trugschluss. Von daher nun die herausfordernde Erklärung – und die hat drei Aspekte:
Wir sind Salz der Erde, nicht Honig für die Welt!
Salz hat eine ätzende Wirkung. Wenn man Salz in eine Wunde streut, dann brennt sie. Salz kann unangenehm sein, aber das wollen wir doch nicht. Wir wollen lieber Honig sein, bei dem den Leuten das Wasser im Mund zusammenläuft und sie sagen: Hmmm, das schmeckt aber gut! Das ist aber was Feines! Wir sind das Salz der Erde, nicht der Honig für die Welt. Es gibt so manches am Evangelium, an der frohen Botschaft, das nicht angenehm schmeckt wie Honig, sondern das brennt, das ätzt und beißt. Wie kann man heute noch von Gott als Richter sprechen oder von der Verdammnis, dass nicht alle Menschen automatisch in den Himmel kommen… Wie kann man nur! Wenn wir aber das alles wegnehmen wollen, wenn wir das sperrige, unangenehme und unpopuläre an Gottes Wort lieber verschweigen wollen, dann sind wir nicht mehr Salz, sondern Honig. Dann sind wir für Gott zu nichts mehr nütze und werden weggeschüttet. Das ist ja ein Gerichtswort, das Jesus hier spricht:
Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
Weggeschüttet ist dasselbe Wort, das an anderen Stellen mit „hinauswerfen“ übersetzt wird. Das griechische Wort, das hier steht, ist im Matthäusevangelium ein typisch endzeitliches Gerichtswort:
Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 12aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern.
Matthäus 8:11-12
Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein.
Matthäus 22,13
Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern.
Matthäus 25,30
Ihr seid das Salz der Erde – das ist nicht nur ein Ehrentitel für uns Christen, das ist eine Verantwortung für uns alle, der wir gerecht werden können oder auch nicht. Jesus ist hier ganz klar: Wer der Verantwortung nicht gerecht wird, dem droht das Gericht. Wenn das Salz nicht mehr salzt, wird es weggeschüttet, hinausgeworfen in die Finsternis, wo Heulen und Zähneklappern herrscht.
Wir alle wollen die Menschen mit Gottes Wort erreichen, wir wünschen uns, dass noch viele dazu kommen, dass noch viele zum Glauben kommen, aber dabei müssen wir immer aufpassen, dass aus dem Salz der Erde nicht Honig für die Welt wird. Es ist ja eine schöne und einfache Vorstellung, für manche vielleicht auch ein Ausweg, dass wir durch Anpassung und Kompromisse in Glaubensfragen besser in dieser Welt wirken können, dass wir mehr Menschen gewinnen können, wenn wir Abstriche machen bei den schwierigen Stellen in Gottes Wort, bei den sperrigen Forderungen Jesu. Lest mal die Bergpredigt am Stück durch – das ist ganz schön herausfordernd… und am Schluss heißt es, dass sich das Volk über das, was Jesus sagte, entsetzte, denn er lehrte sie mit Vollmacht (Mt 7,28f.). Ihr seid das Salz der Erde – das kann oft unbequem sein, aber wir müssen immer vom Ende her denken – um was geht es uns? Darum, Menschen für uns, für unsere Angebote, für unsere Gemeinde zu gewinnen oder um sie für Jesus zu gewinnen, ihnen zu helfen, dass sie nicht verloren gehen?
Wir sind das Salz der Erde – nicht der Honig für die Welt
Salz konserviert
Das Wort vom Salz steht in einem Gerichtskontext – Jesus warnt uns davor, dass das Salz nicht mehr salzen könnte. Das passt auch zum zweiten Aspekt von Salz. In der Bibel ist Salz oft mit Dauer verbunden. Salz konserviert, es macht verderbliche Dinge haltbar. Damals gab es ja noch keinen Kühlschrank – und es war im Orient viel heißer als in unseren Graden, auch wenn man das ja gar nicht mehr glauben kann, wenn man in den letzten Wochen zu oft Nachrichten geschaut hat…
Wer etwas lange aufheben wollte, musste es konservieren. Meistens mit Salz. Salz macht Dinge haltbar. Wenn im Alten Testament bei einem Bund die lange Dauer im Fokus war, kam Salz ins Spiel, so hat David sein Königreich durch einen Salzbund ewiglich empfangen (2. Chr. 13,5). Aaron und seine Nachkommen hatten auf alle Opfergaben der Israeliten ein ewiges Anrecht, was durch einen Salzbund beschlossen war (4. Mose 18,19). Ihr seid das Salz der Erde – wenn man diesen Ausspruch Jesu vor diesem Hintergrund betrachtet, dann meint das, dass wir die Erde konservieren, dass wir die Erde dadurch, dass wir das Salz der Erde sind, am Leben erhalten. So lange wir das Evangelium unverfälscht verkündigen, hält Gott mit seinem Gericht über diese Welt zurück. Es geht also nicht um die Verbesserung der Welt durch unsere Würze als Christen, sondern darum, dass wir uns in der Zeit der Gnade, in der Zeit der Geduld Gottes befinden. Gott weist durch uns auf Jesus hin, auf den Ausweg aus dem Gericht. Er ist noch gnädig mit der Welt – unseretwegen. So wie Gott Sodom gnädig sein wollte, wenn er 10 Gerechte darin finden würde. Und wieder: Wir müssen immer vom Ende her denken – es geht nicht um die Rettung der Welt, es geht um die Rettung der Menschen. Das ist unser Auftrag als Salz der Erde, auch wenn es manchmal wehtut, wenn wir lieber geschmeidig ankommen und beliebt sein wollen, lieber Honig oder Schmieröl fürs Weltgetriebe wären – unser Auftrag ist es, Salz zu sein, auf Jesus, unseren Retter hinzuweisen. Und damit zum dritten Aspekt von Salz:
Es braucht nur wenig Salz
10 Gerechte wären genug gewesen, um Sodom zu verschonen. Es braucht auch fürs Würzen nur wenig Salz. Und genau das ist doch auch unsere Erfahrung. Wir sind wenige. Es ist toll, wenn wir auf Kongressen, großen Glaubenstreffen oder Festivals merken, dass es doch viele Christen gibt. Aber in unserem Alltag merken wir überall, dass wir in der Minderheit sind, auch dass das, wofür wir stehen in der Gesellschaft bestenfalls belächelt oder immer mehr auch als gefährlich gebrandmarkt wird. Man drückt uns den Stempel der Intoleranten oder Ewiggestrigen auf und wir wehren uns dagegen. Aber uns ist nicht Macht, Einfluss oder Beliebtheit verheißen, sondern Verfolgung:
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. 12Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. (Mt 5,11f.) – so heißt es unmittelbar vor unserem Predigtwort.
Das Senfkorn ist das kleinste Korn, fünf Brote und zwei Fische für fünftausend Männer mit Anhang. Jesus sucht nicht die Macht, die Kraft und die Stärke. Jesus macht aus etwas ganz Kleinem etwas ganz Großes. Und dazu passt noch der vierte und letzte Aspekt von Salz:
Salz wirkt im Verborgenen
Wenn wir ans Backen denken: Wann merken wir, ob Salz im Brot war oder nicht? Erst wenn wir reinbeißen! Man sieht es dem Teig nicht an – das Salz färbt ihn nicht, lässt ihn auch nicht aufgehen wie die Hefe. Das Salz wirkt unspektakulär, im Verborgenen, nicht durch eine große Show. Das gilt auch für unser Leben als Christ. Es geht nicht um die große Außenwirkung, um den großen für jedermann sichtbaren Effekt. Salz wirkt im Verborgenen, in unserem alltäglichen Leben mit Jesus – ganz schlicht, still und einfach. In all unseren täglichen Entscheidungen, ob wir ehrlich sind, ob wir freundlich sind, ob wir den anderen höher achten als uns selbst, ob wir hilfsbereit sind, ob wir auch im stillen Kämmerlein unsere Worte und Gedanken rein halten. Die Frage, ob wir Salz sind, stellt sich nicht nur im Großen, sondern vor allem im Kleinen, im täglichen Umgang miteinander und im täglichen Handeln, wenn niemand zusieht.
13Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
Und dann geht es weiter:
Ihr seid das Licht der Welt
14Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5: 14-16
Licht der Welt – damit können wir vielleicht mehr anfangen. Aber auch da geht es nicht darum, dass wir als die großen beeindruckenden Vorbilder durch die Welt laufen, dass die anderen von uns lernen können, dass unser Licht die dunkle Welt erhellt. Lasst euer Licht leuchten – hier liegt im Griechischen der Ton nicht auf Euer, sondern auf Licht! Es geht um Jesus – er ist das Licht der Welt, er ist das Licht, das die dunkle Welt erleuchtet. Wir sind nur das Gefäß, das dieses Licht weitergibt. In uns selbst ist nichts, was leuchten kann – nur Jesus kann durch uns hindurch leuchten. Deshalb geht es im Glauben ja auch nie um uns, um unsere guten Werke, nicht einmal um das gute Werk an sich. Es geht immer um Jesus und das, was er tun will. Wir haben die Aufgabe den Lichtstrahlen, die von Jesus ausgehen, freien Lauf zu lassen, ihnen nicht im Weg zu stehen. Was bedeutet das? Wir leben in einer Welt der guten Absichten, in einem Umfeld der guten Tugenden. Alles ist gut! Wir wollen und sollen Gutes tun. Aber es geht nicht darum, einfach nur Gutes zu tun, sondern das zu tun, was Jesus will. Das ist ja das Verwirrende auch in unseren Kreisen – alles hört sich so gut an: Klimaschutz, Umweltschutz, Antirassismus, Aufstehen gegen was auch immer, soziale Gerechtigkeit, Fair Trade, Frieden schaffen – alles gute und ehrenwerte Ziele – aber ist es das, was Jesus will? Die einfache Antwort ist: Ja! Jesus will das Gute! Aber ist das so? Es wird für uns Christen immer schwerer, Jesu Stimme zu hören, weil wir sie nicht nur von den vielen schlechten und lebensabträglichen Stimmen unserer Zeit unterscheiden müssen, sondern gerade auch von den vielen guten und menschlich wertvollen Stimmen. Wir sollen als Christen nicht fragen, was gut ist, sondern was Jesus will. Und dazu müssen wir Bibel lesen. Gerade das ist angefochten und im Alltag nicht so leicht. Wir lesen vielleicht lieber geistlich wertvolle Bücher oder Bücher über den Glauben oder die Zeitung und sonst so vieles im Internet. Aber das Wichtigste kommt oft zu kurz – auch bei mir. Wir müssen immer vertrauter werden mit dem ganzen Wort Gottes, nicht nur ein paarmal sporadisch, sondern durchgehend, regelmäßig uns von Gottes Wort prägen lassen, um die Stimme Jesu zu erkennen und zu hören und sie zu unterscheiden von all den anderen, vor allem auch all den anderen guten und hilfreichen Stimmen, die uns umgeben. Was will Jesus – wie will er durch uns leuchten? Wenn wir das wirklich tun, was Jesus von uns will, dann erst kann er durch uns leuchten, dann erst sind wir Licht und Salz.
Licht der Welt – was bedeutet das? Auch dazu drei kurze Aspekte
1 Licht gibt Orientierung
Vielleicht geht es Euch auch so – im Sommer hat man nachts ja oft die Fenster auf, dass es etwas abkühlen kann. Und wenn man dann als alter Mann nachts doch immer wieder aufwacht, um aufs Klo zu gehen, dann wird’s schwierig, wenn es stockdunkel ist. Da braucht man Licht, und wenn es nur das schwache Handylicht im Nachtmodus ist, um die Hindernisse zu sehen. Licht gibt Orientierung. Wenn Jesus also sagt: Ihr seid das Licht der Welt, dann bedeutet das: Wir sollen der Welt Orientierung geben. Aber wie? Damit kommen wir zum zweiten Aspekt:
2 Licht deckt auf
Was im Dunklen, im Finsteren und Geheimen geschieht, das wird aufgedeckt, wenn das Licht angeht. Man deckt etwas auf, man bringt etwas ans Tageslicht – so heißt es ja oft. Wenn ein Mensch nach den Geboten Gottes lebt, dann ist er für die Welt der lebende Beweis dafür, dass man das kann, dass die Gebote Gottes nicht unrealistische hehre Ansprüche aus längst vergangenen Zeiten sind, sondern Hilfen für ein gelingendes Leben, keine Verbote, sondern der Weg zum wirklichen Glück, zu einem wahrhaften und nicht nur oberflächlich erfüllten Leben. Wer nach den Geboten Gottes lebt, verunsichert andere Menschen, der bringt ihr Denken durcheinander. Vielleicht ist Christsein gar nicht so weltfremd, sondern erfüllend? Vielleicht ist da doch was dran, vielleicht ist da etwas, was mir fehlt, was ich verdränge, wo ich an der Oberfläche bleibe? Gelebter Glaube eckt an, es ist ein Ärgernis und eine Torheit – aber die Menschen müssen doch aufgerüttelt werden – es geht doch um ihr Leben!
Und damit zum dritten Aspekt
3 Licht wirkt immer öffentlich
Man kann Licht nicht heimlich anmachen – wer früher mit anderen in einem Zimmer oder im Zeltlager zusammen im Zelt geschlafen hat, der kennt es. Wenn einer noch unter der Bettdecke lesen will… Wir sollen das Licht nicht unter den Scheffel, sondern auf einen Leuchter stellen. Dazu ist es doch da – dass es die Finsternis erhellt! Das Evangelium, die gute Botschaft von Jesus ist immer öffentlich! Das will uns der Zeitgeist ja seit der Aufklärung absprechen. Religion ist Privatsache – einer der Leitsprüche der Aufklärung. Jeder soll nach seiner Facon selig werden! Jeder darf alles glauben, solange er nicht den Anspruch erhebt, dass sein Glaube für alle gilt. So lange wir dabei mitspielen ist ja auch alles gut. Aber wenn wir mit dem Anspruch Jesu an die Öffentlichkeit gehen, dass nur er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, dass es keinen Weg zu Gott und in den Himmel als ihn gibt, dass die Bibel Gottes Wort ist und deshalb auch Anspruch auf unser ganzes Leben hat, wie es in der Barmer Theologischen Erklärung heißt, dann hört der Spaß auf, dann kommt Gegenwind, dann kommt geballter gesellschaftlicher Widerstand. Wir sind keinen ausgeklügelten Fabeln gefolgt – so heißt es im 2. Petrusbrief – übrigens: sehr lesenswert – sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen (2. Petr. 1,16)! Das ist ja das immer wieder angefochtene: Wir verkündigen keine Lehre, sondern ein Geschehen, uns und jedem Menschen zum Heil. Das, was in der Bibel steht, ist wirklich geschehen, und weil es wirklich geschehen ist, hat es Bedeutung für alle Menschen. Es ist kein Lehrsystem, keine Idee, wie die Welt eine bessere werden könnte. Es ist die Realität, die für alle Menschen entscheidende Bedeutung hat. Deswegen muss es ja jeder wissen, weil es darum geht, wo er einmal die Ewigkeit verbringt. Wir sind das Licht der Welt bedeutet: Wir müssen raus aus unserer Komfortzone, raus aus unserer christlichen Blase, wir dürfen es der Welt nicht vorenthalten: Jesus ist der Retter – jeder Mensch braucht Jesus!
Wir sind das Salz der Erde, wir sind das Licht der Welt. Zum Schluss noch zwei Gedanken:
Glaube heißt Hingabe
Was ist das Gemeinsame von Salz und Licht? Ich könnte ja mal in die Runde fragen…
Es gibt etwas, was beiden gemeinsam ist: Salz und auch Licht wirken, indem sie sich aufgeben. Salz hat seine Wirkung, wenn es sich in etwas hineingibt, sich darin auflöst und verliert. Das Licht hat seine Wirkung, indem es verstrahlt, sich hingibt in die Dunkelheit. Was bedeutet das für uns? Das Wesen der Nachfolge, des Salz- und Licht-Seins ist Opferbereitschaft, Hingabe des Lebens. Christsein ist kein Hobby, Glaube gibt es nicht nur Freitag- oder Mittwochabends oder manchmal auch Sonntags. Christsein verändert unser ganzes Leben, nicht nur einen Teil unserer Freizeit. Seit der Corona-Zeit hört man aus allen Bereichen der Gesellschaft die Klage über eine zunehmende Trägheit. Vereine, Parteien, Organisationen – alle klagen über einen zunehmenden Mitarbeitermangel, über schwindende Bereitschaft, sich zu engagieren. Das trifft auch uns als Christen, auch uns als CVJM und Gemeinde in Hülben. Es gibt viele hochengagierte Mitarbeiter, denen kein Weg zu lang ist. An dieser Stelle vielen Dank für all Euer Engagement! Aber auch wir als so große und engagierte Gemeinde müssen aufpassen, dass wir nicht träge werden, dass wir nicht anfangen, unser Salz nicht mehr zum Salzen zu benützen, es nicht mehr bereit sind, hinzugeben, sondern im Topf lassen. Damals war das Salz noch nicht so chemisch rein wie heute. Durch die verschiedenen Ablagerungen begann es zu modern, wenn man es zu lange aufbewahrt hat. Man musste es schnell verbrauchen. So ist es auch im Glauben. Jesus hat sein Leben für uns gegeben, er hat nichts zurückgehalten, er hat uns errettet. Wo geben wir das weiter? Wo geben wir unser Leben, unsere Freizeit, unser Geld – da könnte man noch vieles nennen – wo geben wir all das für ihn hin? Wo gehen wir die zweite Meile mit, wenn wir um eine Meile gebeten werden? Wo kämpfen wir gegen die allgemeine Lethargie, die auch unter uns Christen immer mehr um sich greift? Was können wir tun, dass das Feuer wieder entfacht wird, dass wir wieder Salz und Licht für unseren Ort sind?
Das Ziel unseres Lebens ist Gottes Ehre
16So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Das Ziel unseres Lebens ist, dass alle Menschen unseren Vater im Himmel preisen. Das Ziel unseres Lebens ist, dass Gottes Ehre groß wird. Da geht es nicht um uns, nicht darum, dass wir cool sind, dass unsere Gemeinde hipp ist, dass wir in der Achtung der Menschen hier in Hülben steigen, dass wir unser altes Image loswerden, Vorurteile beseitigen. Es geht immer um Jesus, immer um Gottes Ehre. Das ist das Ziel, vom Ende her müssen wir denken. Wir müssen das Ziel immer im Blick behalten: Gott will, dass alle Menschen gerettet werden – das ist das große Ziel, bei dem wir dabei sein dürfen. Das ist der Grund, warum wir – gerade wir – Salz und Licht der Welt sind und als solche leben sollen. Wenn wir dieses Ziel vor Augen haben, wenn wir uns von Jesus und seinem Wort tagtäglich prägen lassen, dann schwindet auch die Lethargie, dann werden Prioritäten zurechtgerückt, dann ändert sich auch unser Umgang untereinander und mit den Menschen außerhalb unserer Gemeinde.
Da fragen wir mit brennender Retterliebe: Wo kann ich mit anpacken? Was kann ich tun?
Amen.

