Ursprung des Guten

„Können wir ohne Gott Gutes tun?“ – „Ja, natürlich! Ich muss nicht an Gott glauben um Gutes zu tun, dazu brauche ich Gott nicht!“ Dies ist eine nachvollziehbare Antwort. Doch sie beantwortet nicht die gestellte Frage: Können wir ohne Gott Gutes tun? Bei dieser Frage geht es nicht darum, ob jemand, der nicht an Gott glaubt Gutes tun kann (so zu denken wäre überheblich), sondern es geht darum, ob es ohne die Existenz Gottes überhaupt möglich ist, zu entscheiden, was das Gute und was moralisches Handeln ist.    

Liest man sich durch verschiedene Internetseiten oder Artikel zu diesem Thema, scheint die Antwort darauf zu sein, dass der Ursprung des Guten und moralischen Handelns eine Konvention (Übereinkunft) der Mehrheitsbevölkerung ist. Doch diese Antwort hat ein Problem: Niemand könnte dann die Pogrome und Genozide, die von (auch gewählten) Regierungen der Vergangenheit als rechtmäßig angesehen wurden, verurteilen. Ein Gerichtshof für Menschenrechte könnte diese Verbrechen nicht allgemeingültig verurteilen.

Schaut man sich die Menschheitsgeschichte an, stellt man fest, dass alle Kulturen, vergangene und gegenwärtige, ähnliche, oder gleiche Moralvorstellungen haben. Bei C.S. Lewis wird dies mit „universelles Naturrecht (bzw. Sittenrecht)“ übersetzt[i]. Interessant dabei ist, dass selbst Menschen, die nicht an Gott glauben, übereinstimmend sagen, dass es objektive, allgemeingültige Moralregeln gibt. Auch sie glauben, dass es, unabhängig von Ideen oder Vorstellungen einer Gesellschaft, Regeln gibt, die alle Menschen als gut betrachten.

Wenn dies so ist – wer sagt, dass diese Regeln, diese Moralvorstellungen gut sind?

In 1 Mose 1:27 lernen wir, dass Gott

„den Menschen zu seinem Bilde [schuf], zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“

In 5 Mose 32:4 sagt uns dann Gottes Wort:

„[Gottes] Werke sind vollkommen; denn alle seine Werke sind recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er.“

Da alle Menschen in Gottes Ebenbild geschaffen sind, wissen auch alle Menschen, was gut ist[ii].  Gottes Charakter ist der Standard dafür, was das Gute ist. Seine Gebote sind der Ausdruck seines Charakters. Unsere Moralvorstellungen sind durch die Gebote des gerechten und guten Gottes bestimmt. Gottes Charakter, Gott selbst ist die Definition für das Gute, Moralvorstellungen sind abhängig von Gottes Charakter. Gottes Wesen ist der Standard dafür, was das Gute oder das Böse ist[iii].

Es gibt immer mehr Menschen, die in Frage stellen, dass es objektive, allgemeingültige Moralregeln gäbe. Manche von Ihnen lehnen es sogar ab, heimtückischen Mord (oder Schlimmeres) als Böse zu bezeichnen, da „Sie das ja nicht so sagen können.“ Findet ein solches Gespräch im Beisein von weiteren Personen statt, zeigt schon das erschreckte Luftschnappen der allermeisten Anwesenden, dass diese wissen, dass diese Aussage nicht richtig ist. Fast niemand wird nach längerem Überlegen noch zu dem Schluss kommen, dass es überhaupt keinen Standard für das Gute und Moralvorstellungen gibt.

Die Existenz des Guten und von objektiven, allgemeingültigen Moralvorstellungen ist ein sehr starkes Argument für Gottes Existenz, da es Menschen auf der Gefühlsebene anspricht. Mit diesem Argument lernen wir einen persönlichen Schöpfer kennen, der nicht nur perfekt gut ist, sondern dessen Charakter auch der Standard für alles das Gute ist und dessen Gebote Ausdruck seines perfekt guten Charakters sind. Ohne die Existenz Gottes können wir nicht wirklich das Gute tun; da wir aber alle auf die eine oder andere Weise Gutes tun können zeigt, dass Gott existiert.

„Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.“

Lukas 18:19

[i] Lewis, C.S.: Pardon, ich bin Christ. Brunnen Verlag, Basel, 1977. S 17-22

[ii] Das Wissen darüber, was gut ist, kann aber zerstört werden. Man kann, umgangssprachlich gesagt, „sein Gewissen töten.“

[iii] Es gibt Menschen, die nun fragen, ob z.B. Mord Gut wäre, wenn Gott das so gewollt hätte (Euthyphro Dilemma). Dabei vergessen sie, dass Gott Mord (oder anderes Böses) nicht gutheißen kann, da er absolut gut ist. Gott macht keine willkürlichen Regeln. Seine Regeln entsprechen seinem Charakter (5 Mose 32:4)